Der Personenkreis der anspruchsberechtigten Angehörigen umfasst beinahe alle nicht versicherten Personen, die mit dem Versicherten im Familienverband leben.

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Für wen ist eine Mitversicherung möglich?


Ehegatte

Kinder

eheliche Kinder,
legitimierte Kinder,
Wahlkinder,
uneheliche Kinder

Stief- und Enkelkinder

wenn sie mit dem Versicherten in ständiger Hausgemeinschaft leben

Pflegekinder

wenn sie vom Versicherten unentgeltlich verpflegt werden oder wenn das Pflegeverhältnis auf einer behördlichen Bewilligung beruht;

wenn sie vom Versicherten gepflegt und erzogen werden, mit ihm bis zum 3. Grad verwandt oder verschwägert sind und mit ihm in ständiger Hausgemeinschaft leben.


sowie unter bestimmten Voraussetzungen haushaltsführende Personen.

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Kinder und Enkel über 18 Jahre

Kinder gelten grundsätzlich nur bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres als Angehörige.

Darüber hinaus ist eine Mitversicherung nur möglich, wenn Ihr Kind (Enkelkind) 

  • ein Schul- oder Berufsausbildung absolviert
  • ein Studium absolviert
  • Infolge Krankheit oder Gebrechens erwerbsunfähig ist oder
  • nach der Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung erwerbslos ist.


Schul-, Berufsausbildung oder Studium

Befindet sich ihr Kind in einer Schul- oder Berufsausbildung oder absolviert es ein Studium, kann die Mitversicherung höchstens bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres verlängert werden.

Dauert das Studium (der Schulbesuch) über das 27. Lebensjahr hinaus an, muss ab Vollendung des 27. Lebensjahres bis zum Ende des Studium (des Schulbesuches) eine Selbstversicherung abgeschlossen werden.

Als Nachweis gelten:

  • Bestätigung über den Anspruch auf Familienbeihilfe
  • Schulbesuchsbestätigung
  • Zulassungs- oder Fortsetzungsbestätigung und Studienerfolgsnachweis der Universität


Erwerbslosigkeit

Ist Ihr Kind nach Vollendung des 18. Lebensjahres bzw. nach Beendigung der Schul- oder Berufsausbildung oder des Studiums erwerbslos, bleibt es für die Dauer von 24 Monaten mitversichert. Bei vorübergehender Erwerbstätigkeit wird die Anspruchsdauer unterbrochen, jedoch nicht verlängert!

Erwerbsunfähigkeit

Eine Mitversicherung von Kindern und Enkelkindern ist auch möglich, wenn das Kind seit der Vollendung des 18. Lebensjahres oder seit dem Ende der Schul- oder Berufsausbildung oder des Studiums infolge Krankheit bzw. körperlicher oder geistiger Gebrechen erwerbsunfähig ist.

Für diese Art der Mitversicherung ist keine Altersgrenze vorgesehen!

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Mitversicherung von 'jungen Erwachsenen'

Die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern bei den Eltern gilt grundsätzlich bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, wenn keine eigene Erwerbstätigkeit vorliegt. Eine weitere Mitversicherung in der Krankenversicherung wegen einer noch nicht abgeschlossenen Schul- oder Berufsausbildung oder eines Studiums ist aber möglich.

Ab 18 ist das Kind nicht mehr automatisch mit den Eltern mitversichert, sodass im Krankheitsfall kein Versicherungsschutz gegeben ist – das wird dem behandelnden Arzt beim Stecken der E-Card angezeigt.

Mit dem 18. Geburtstag ihres Kindes müssen daher die Eltern selbst aktiv werden und die Voraussetzung für die Weiterführung der Mitversicherung bei der Krankenkasse nachweisen.

Um mögliche Lücken im Krankenversicherungsschutz zu vermeiden, sind die entsprechenden Nachweise, die für eine Mitversicherung erforderlich sind, rechtzeitig vorzulegen, das ist insbesondere ein Nachweis über den Bezug der Familienbeihilfe. Nur so kann eine problemlose Inanspruchnahme von Leistungen mit der E-Card gewährleistet werden.

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Haushaltsführende Personen

Eine Mitversicherung ist möglich, wenn sich die haushaltsführende Person aus dem Kreis

  • der Eltern-, Wahl-, Stief- und Pflegeeltern,
  • der Kinder, Wahl-, Stief- und Pflegekinder,
  • der Enkelkinder oder
  • der Geschwister

des Versicherten stammt UND

  • seit mindestens 10 Monaten mit dem/der Versicherten in Hausgemeinschaft lebt
  • ihm/ihr unentgeltlich den Haushalt führt und
  • kein arbeitsfähiger Ehegatte im gleichen Haushalt lebt.


Als Angehöriger gilt auch eine mit dem/der Versicherten nicht verwandte Person (Lebensgefährte), wenn

  • sie seit mindestens 10 Monaten mit dem/der Versicherten in Hausgemeinschaft lebt,
  • sie ihm/ihr unentgeltlich den Haushalt führt und
  • kein arbeitsfähiger Ehegatte im gleichen Haushalt lebt,
  • Personen, die eine/n Versicherte/n mit Anspruch auf Pflegegeld zumindest in Höhe der Stufe 3 nach § 5 des Bundespflegegeldgesetzes oder nach den Bestimmungen der Landespflegegeldgesetze unter ganz überwiegender Beanspruchung ihrer Arbeitskraft mindestens 30 Wochenstunden nicht erwerbsmäßig in häuslicher Umgebung pflegen.
  • Als Angehörige gelten die/der Ehegattin/Ehegatte und Personen, die mit der pflegebedürftigen Person in gerader Linie oder bis zum vierten Grad der Seitenlinie verwandt oder verschwägert sind, ferner die Kinder, Wahl-, Stief und Pflegekinder, die Eltern, Wahl-, Stief- und Pflegeeltern, Enkel, Geschwister sowie die/der haushaltsführende Lebensgefährtin/Lebensgefährte.

Einschränkung
Als Angehörige von Selbstversicherten nach § 16 ASVG gelten nur die/der Ehegattin/Ehegatte und die Kinder der/des Versicherten.

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Mehrfache Angehörigeneigenschaft

Im Fall einer mehrfachen Angehörigeneigenschaft - z.B. wenn Mutter und Vater bei unterschiedlichen SV-Trägern versichert sind - wird die Leistung nur einmal gewährt. Die Leistung wird von jenem Versicherungsträger, der zuerst in Anspruch genommen wurde, erbracht.

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Der Zusatzbeitrag für Angehörige

Der Gesetzgeber hat mit dem Bundesbegleitgesetz 2001 beschlossen, dass für

  • Ehegatten
  • Lebensgefährten und
  • haushaltsführende Personen

ein Zusatzbeitrag , der in das Bundesbudget fließt, zu zahlen ist.

Der Versicherte hat für den Angehörigen einen Zusatzbeitrag von 3,4% seiner Beitragsgrundlage (Einkommen, Pension) zu leisten.

Der Zusatzbeitrag ist NICHT zu zahlen, wenn eine der folgenden Voraussetzungen zutrifft:

  • Der Angehörige widmet sich aktuell der Erziehung eines im gemeinsamen Haushalt lebenden Kindes.
  • Der Angehörige hat sich in der Vergangenheit zumindest für 4 Jahre hindurch der Erziehung eines im gemeinsamen Haushalt lebenden Kindes  gewidmet. Es ist nicht erforderlich, dass der Angehörige tatsächlich den Haushalt geführt hat. Eine Erwerbstätigkeit daneben ist zulässig!
  • Der mitversicherte Angehörige erhält Pflegegeld zumindest in Höhe der Stufe 3.  
  • Bei Vorliegen einer sozialen Schutzbedürftigkeit nach den Richtlinien des Hauptverbandes (Rezeptgebührenbefreiung)
  • Während des Bezuges von Kranken-, Wochen-, Karenz-, Kinderbetreuungs-, Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe.


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Erforderliche Nachweise bei Antrag auf Mitversicherung

Ehegatte Heiratsurkunde
eheliche Kinder Geburtsurkunde
Wahlkinder Adoptionsurkunde
uneheliche Kinder
eines männlichen
Versicherten
Vaterschaftsnachweis
Pflegekinder Pflegschaftsnachweis oder amtliche Pflegebewilligung bzw. Nachweis über das Verwandtschafts- bzw. Verschwägerungsverhältnis und Meldezettel
haushaltsführende Person Meldezettel
Lebensgefährte Meldezettel
pflegender
Angehöriger
Nachweis über den Bezug von Pflegegeld mindestens der Stufe 3



Zuletzt aktualisiert am 27. Januar 2016