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Chefarztpflicht - Warum?

Die Hauptaufgabe der Chefärzte der Burgenländischen Gebietskrankenkasse ist die ökonomische Kontrollfunktion. Sie beraten die Verwaltung in medizinischen Fragen. Außerdem beurteilen sie in besonderen Fällen verordnete Therapien nach gesundheitsökonomischen Gesichtspunkten.

Warum ist eine Chefarztbewilligung sinnvoll?

  • weil auf dem freien Markt sehr viele, ähnlich wirksame Medikamente zu sehr unterschiedlichen Preisen angeboten werden.
  • weil manche Produkte auf dem Markt sind, deren Wirksamkeit noch nicht ausreichend getestet sind. Dies bedeutet, dass weder der Therapieerfolg noch der zu erwartende Patientennutzen medizinisch ausreichend gesichert ist.
  • weil es für fast jede Krankheit auch ein genehmigungsfreies Medikament gibt.
  • weil die Krankenkassen gesetzlich dazu verpflichtet sind, auf eine wirtschaftliche Verschreibweise zu achten.
  • weil dadurch die rasante Kostenentwicklung bei Medikamenten in Grenzen gehalten wird.

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Was muss in jedem Fall genehmigt werden?

Vor der Inanspruchnahme müssen folgende Leistungen vom Chefarzt genehmigt werden:

  • Logopädische Behandlung ab der 2. Sitzung
  • Ergotherapie ab der 2. Behandlung
  • Physiotherapie in Instituten, Kuranstalten und bei freiberuflichen TherapeutInnen
  • Psychotherapie ab der 11. Sitzung
  • Medizinische Hauskrankenpflege ab der 5. Woche
  • Geplante Behandlung oder Untersuchung im Ausland
  • Computertomographie, Kernspintomographie, nuklearmedizinische Untersuchung
  • HELP-Therapie
  • Kosmetische Behandlungen
  • Sterilisation, Schwangerschaftsunterbrechung, Geschlechtsumwandlung
  • Operative Maßnahmen zur Gewichtsreduktion
  • Flugtransporte
  • Krankentransporte (ausgenommen Notfälle, Chemo- u. Strahlentherapie, Dialyse)
  • Heimdialyse

 

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Wie kommen Sie zu einer chefärztlichen Genehmigung?

Ihr behandelnder Arzt wird Sie darüber informieren, ob für spezielle Medikamente eine vorherige Bewilligung durch den Chefarzt des zuständigen Krankenversicherungsträgers erforderlich ist.

Das genehmigungspflichtige Rezept kann entweder per Post oder persönlich (bzw. durch Dritte) beim chefärztlichen Dienst der BGKK zur Bewilligung eingereicht werden.


Rezepte müssen spätestens 1 Monat nach der Ausstellung bzw. nach der Bewilligung durch den Chefarzt eingelöst werden!

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Langzeitbewilligungen

Personen, die ein chefarztpflichtiges Medikament über einen längeren Zeitraum hinweg benötigen, können sich eine Langzeitgenehmigung für maximal ein Jahr ausstellen lassen. Sie ersparen sich damit bei den Folgeverordnungen das neuerliche Einholen der chefärztlichen Genehmigung.

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Anfragen per FAX


Seit 1.7.2006 wird österreichweit eine notwendige chefärztliche Bewilligung für ein Medikament über das elektronische ABS (= Arzneimittel-Bewilligungs-Service) eingeholt. Das bedeutet für den Patienten: keine zusätzlichen Wege zur Bewilligungsstelle, sowie Kommunikation direkt vom Verschreiber zum Chefarzt seiner Kasse.

Auf Wunsch und bei medizinischer Sinnhaftigkeit kann der Verschreiber um eine Langzeitbewilligung bei der Kasse ansuchen. Der Patient bekommt dann ein "virtuelles Medikamentenkonto", von dem "abgebucht" werden kann.

Zur Zeit sind die meisten Spitäler und zahlreiche Wahlärzte noch nicht in das System eingebunden, an einer Lösung wird intensiv gearbeitet. Sollte es daher erforderlich sein, dass Sie selbst um die Bewilligung ansuchen müssen, können Sie dies auch per FAX erledigen:

Ausschließlich Rezepte: (02682) 608 41 1055
Alle anderen Anfragen: (02682) 608 41 1052


Die Kasse ist laut § 133 ASVG "für eine ausreichende und zweckmäßige" Krankenbehandlung zuständig, die jedoch das Maß des Notwendigen nicht übersteigen darf. Ausschließlich kosmetische Behandlungen werden daher von der Krankenkasse nicht bezahlt.

Zuletzt aktualisiert am 27. Januar 2016