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Allgemeines


Die Burgenländische Gebietskrankenkasse übernimmt unter bestimmten Umständen Transportkosten, wenn ärztlich bescheinigt wird, dass der/die Erkrankte auf Grund seines/ihres körperlichen oder geistigen Zustandes kein öffentliches Verkehrsmittel (auch nicht mit einer Begleitperson) benutzen kann.

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Beförderung im Inland

Transportkosten werden nur für Beförderungen im Inland

  1. zur Anstaltspflege in die nächstgelegene geeignete Krankenanstalt bzw. aus dieser Krankenanstalt in die Wohnung des/der Erkrankten,
  2. bei aus medizinischen Gründen notwendiger Überstellung zur stationären Behandlung von einer Krankenanstalt in die nächstgelegene geeignete Krankenanstalt,
  3. zur ambulanten Behandlung zum/zur nächstgelegenen geeigneten Vertragsarzt/Vertagsärztin (Vertragszahnarzt/Vertragszahnärztin), der nächstgelegenen geeigneten Vertrags-Gruppenpraxis oder zur nächstgelegenen geeigneten Einrichtung (Vertragseinrichtung) bzw. in die Wohnung des/der Erkrankten zurück,
  4. zur körpergerechten Anpassung von Heilbehelfen und Hilfsmitteln

in Höhe der vertraglich festgelegten Tarife übernommen.

Wenn sich der/die Erkrankte im Zeitpunkt der notwendigen Beförderung vorübergehend nicht an seinem/ihrem Wohnsitz aufgehalten hat, übernimmt die Kasse die Kosten des Transportes von der Krankenanstalt in die Wohnung des/der Erkrankten bis zur Höhe der Kosten des Transportes von diesem Aufenthaltsort (Ereignis- oder Unfallsort) in die nächstgelegene geeignete Krankenanstalt. Gibt es keine vertraglich festgelegten Tarife, ersetzt die Kasse dem/der Versicherten Kosten in Höhe der zuletzt geltenden Tarife, sofern im Anhang zur Satzung kein anderer Kostenersatz festgelegt ist.

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Art des Transportes


Transporte erfolgen

1. Krankenbeförderung
Befördert werden Versicherte (Angehörige), die während der Fahrt und auf dem Weg zum und vom Fahrzeug (PKW) keiner Unterstützung durch einen/eine Sanitäter/Sanitäterin bedürfen. Der/Die Versicherte (Angehörige) kann mit einem Privat-PKW bzw. Lohnfuhrwerk (Taxi bzw. Mietwagenunternehmen) befördert werden;

oder

2. Krankentransport
Transportiert werden Versicherte (Angehörige), die keine Notfallpatienten/Notfallpatientinnen sind und entweder

  • a) auf dem Weg zum und vom Sanitätskraftwagen der Unterstützung durch einen/eine Sanitäter/Sanitäterin bedürfen und/oder die Möglichkeit des Bedarfs einer sanitätsdienstlichen Versorgung während der Fahrt gegeben ist. Der/Die Versicherte (Angehörige) kann in einem Behelfskrankentransportwagen (BKTW) transportiert werden wobei der/die Sanitäter/Sanitäterin gleichzeitig Einsatzfahrer/Einsatzfahrerin ist (einfacher Krankentransport) oder
  • b) während des Transportes auf sanitätsdienstliche Versorgung angewiesen sind. Die Betreuung während des Transportes erfolgt durch einen/eine Sanitäter/Sanitäterin, der/die nicht gleichzeitig Einsatzfahrer/Einsatzfahrerin ist. Der/Die Versicherte (Angehörige) wird grundsätzlich liegend oder sitzend in einem Tragsessel mit einem Krankentransportwagen (KTW) transportiert (qualifizierter Krankentransport);

oder

3. Rettungstransport
Transportiert werden Notfallpatienten/Notfallpatientinnen, die sich nicht in Lebensgefahr befinden, jedoch schwere gesundheitliche Schäden nicht ausgeschlossen werden können, wenn nicht unverzüglich qualifizierte sanitätsdienstliche Hilfe geleistet wird. Zur Vermeidung weiterer Schäden ist der Transport mit einem Rettungstransportwagen (RTW) zur weiterführenden medizinischen Versorgung in eine geeignete Behandlungseinrichtung angezeigt. Die Betreuung während des Transportes erfolgt durch einen/eine Sanitäter/Sanitäterin, der/die nicht gleichzeitig Einsatzfahrer/Einsatzfahrerin ist;

oder

4. Notarzttransport
Transportiert werden Notfallpatienten/Notfallpatientinnen, die sich in Lebensgefahr befinden und/oder bei denen schwere gesundheitliche Schäden zu erwarten sind, wenn sie am Notfallort nicht notärztlich versorgt werden. Der/Die Versicherte (Angehörige) ist unter Aufrechterhaltung der Transportfähigkeit mit dem Notarztwagen (NAW) in eine Krankenanstalt zu bringen. Die Betreuung während des Transportes erfolgt durch einen/eine Sanitäter/Sanitäterin und einen/eine Notarzt/Notärztin, wobei diese nicht gleichzeitig Einsatzfahrer/Einsatzfahrerin sind.

Die jeweilige Art des Transportes ist aufgrund des körperlichen oder geistigen Zustandes des/der Erkrankten ärztlich zu bescheinigen. Wird ein privates Kraftfahrzeug benützt, ersetzt die Kasse Kosten in Höhe des halben amtlichen Kilometergeldes.

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Kostenanteil des Versicherten


Der/Die Versicherte (Angehörige) hat an den Transportkosten einen Kostenanteil in Höhe der doppelten Rezeptgebühr
(§ 136 Abs. 3 ASVG) pro Transport zu tragen.


Der/Die Versicherte (Angehörige) hat keinen Kostenanteil nach Abs. 4 zu entrichten, wenn

  1. es sich um einen Rettungstransport oder Notarzttransport gemäß § 44 Abs.3 Z 3 oder Z 4 handelt;
  2. der/die Versicherte (Angehörige) zur Durchführung einer Dialyse, einer Chemotherapie oder einer Strahlentherapie transportiert wird;
  3. der/die Versicherte (Angehörige) aus medizinisch notwendigen Gründen zur stationären Behandlung von einer Krankenanstalt in die nächstgelegene geeignete Krankenanstalt transportiert wird (Abs. 2 Z 2);
  4. der Transport mit einem privaten Kraftfahrzeug erfolgt.

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Flugrettung


Die Burgenländische Gebietskrankenkasse übernimmt die Kosten der Beförderung im Inland mit einem Luftfahrzeug in die nächstgelegene geeignete Krankenanstalt, wenn

  • wegen des Zustandes des Erkrankten oder
  • wegen der Dringlichkeit des Falles

eine Beförderung auf dem Landweg nicht zu verantworten wäre. Die medizinische Notwendigkeit des Lufttransportes muss durch eine ärztliche Bescheinigung nachgewiesen und von der Burgenländischen Gebietskrankenkasse anerkannt worden sein.

Die Höhe der zu übernehmenden Kosten richtet sich nach dem von der Kasse mit der Flugrettungsorganisation vereinbarten Tarif.

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Wahlkrankenanstalt


Bei Inanspruchnahme einer Wahlkrankenanstalt, eines Wahlarztes/einer Wahlärztin, eines Wahlzahnarztes/einer Wahlzahnärztin, einer Wahl-Gruppenpraxis oder einer Wahleinrichtung gelten die Abs. 1 bis 5 mit der Maßgabe, dass die Transportkosten höchstens mit dem Betrag ersetzt werden, der bei Inanspruchnahme

  • der nächstgelegenen geeigneten Krankenanstalt,
  • der nächsterreichbaren eigenen Einrichtung oder Vertragseinrichtung,
  • des/der nächstgelegenen geeigneten Vertragsarztes/Vertragsärztin oder
  • der nächstgelegenen geeigneten Vertrags-Gruppenpraxis

zu ersetzen gewesen wäre.

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Wichtige Hinweise


Alle Transporte - ausgenommen Notfälle - müssen vom Arzt verordnet und VOR Antritt chef-(kontroll)ärztlich bewilligt werden! Dies ist in allen Dienststellen der Gebietskrankenkasse möglich.

Diese Bewilligungspflicht gilt für alle Transporte mit Rettung, Taxi und privatem PKW!

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Transport im Rahmen der Rehabilitation


Die Kasse übernimmt im Rahmen der medizinischen Maßnahmen der Rehabilitation die Transportkosten für die Beförderung

  • in eine Krankenanstalt, die vorwiegend der Rehabilitation dient bzw. aus dieser Krankenanstalt in die Wohnung des/der Rehabilitanden/in,
  • zur körpergerechten Anpassung von Körperersatzstücken, orthopädischen Behelfen und anderen Hilfsmitteln

in Höhe der vertraglich festgelegten Tarife, wenn der/die Versicherte (Angehörige) aufgrund des zweiten Teiles der Richtlinien über die Befreiung von der Rezeptgebühr von der Rezeptgebühr befreit ist.

Zuletzt aktualisiert am 27. Januar 2016