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Allgemeines

Die Wiedereingliederungsteilzeit soll Menschen helfen, nach einer längeren Erkrankung (z.B. Burn-Out, Krebserkrankungen) schrittweise und langfristig in ihren Arbeitsprozess zurückzukehren. Dazu ist vorgesehen, dass eine Teilzeitbeschäftigung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart werden kann und zusätzlich von der Krankenkasse Wiedereingliederungsgeld bezahlt wird.

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Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Damit eine Wiedereingliederungsteilzeit mit dem Arbeitgeber bzw. der Arbeitgeberin vereinbart werden kann,

  • muss das Dienstverhältnis seit mindestens 3 Monaten bestehen und 
  • die Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer muss seit mindestens 6 Wochen ununterbrochen im Krankenstand sein.
  • Weiters ist mit Unterstützung von fit2work oder des arbeitsmedizinischen Dienstes des Betriebes ein Wiedereingliederungsplan zu erstellen, welcher die Grundlage für die
    zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbarte Wiedereingliederungsteilzeit bildet. 
  • Zum Antrittszeitpunkt muss eine ärztliche Bestätigung vorliegen, dass der Arbeitnehmer arbeitsfähig ist.


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Wie und für welchen Zeitraum erfolgt die Genehmigung?

Der Wiedereingliederungsplan und die Wiedereingliederungsteilzeitvereinbarung sowie allfällige Befunde sind dem Ärztlichen Dienst der Kasse zu übermitteln.

Die Genehmigung wird zunächst für die vereinbarte Zeit, maximal aber für 6 Monate erteilt, wenn aufgrund der vorgelegten Unterlagen davon ausgegangen werden kann, dass die Wiedereingliederung medizinisch zweckmäßig ist.

Die Wiedereingliederungsteilzeit beginnt mit dem vereinbarten Zeitpunkt, frühestens jedoch mit dem auf die Zustellung (durch RSb an die Arbeitnehmerin bzw. an den Arbeitnehmer) der Bewilligung der Geldleistung folgenden Tag.

Eine einmalige Verlängerung über 6 Monate hinaus ist möglich, wobei das Gesamtausmaß der Wiedereingliederungsteilzeit 9 Monate nicht übersteigen darf. Diese Verlängerung muss neuerlich vom Ärztlichen Dienst der Kasse genehmigt werden.

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In welcher Höhe wird Wiedereingliederungsgeld bezahlt?

Während der Wiedereingliederungsteilzeit bezieht die Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer neben dem aus der Teilzeitbeschäftigung zustehendem Entgelt ein Wiedereingliederungsgeld, das sich aus dem erhöhten Krankengeld errechnet und von der Kasse ausbezahlt wird.

Wird beispielsweise die wöchentliche Normalarbeitszeit um 50% herabgesetzt, gebührt Wiedereingliederungsgeld in der Höhe von 50% des erhöhten Krankengeldes (Informationen zur Krankengeldhöhe erhalten Sie über den beigefügten Link).


Berechnungsbeispiel für das Wiedereingliederungsgeld:

Ein Arbeitnehmer hat vor der Wiedereingliederungsteilzeit ein monatliches Entgelt von € 2.000 zuzüglich 2 Sonderzahlungen (z.B. Urlaubs- und Weihnachtsgeld) erhalten.

Daraus ergibt sich ein Krankengeldanspruch in Höhe von rund € 1.400.

Reduziert er während der Wiedereingliederungsteilzeit seine Normalarbeitszeit um 50%, hat er Anspruch auf

  • ein Entgelt in Höhe von € 1.000
    (= 50% von € 2.000)

und

  • auf ein Wiedereingliederungsgeld in Höhe von € 700
    (= 50% vom erhöhten Krankengeld in Höhe von € 1.400).

Lohnsteuerpflicht

Das Wiedereingliederungsgeld ist bei Beträgen über € 30,- steuerpflichtig.


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Welche Punkte muss eine Wiedereingliederungsteilzeitvereinbarung enthalten?

In dieser Vereinbarung müssen 

  • die Dauer der Wiedereingliederungsteilzeit (zwischen 1 und 6 Monaten) sowie
  • die Arbeitszeitreduktion und
  • das entsprechende Entgelt angegeben werden,
  • bei stufenweiser Anhebung der Arbeitszeit sind die einzelnen Stufen mit dem jeweiligen Entgelt anzuführen.


Die Arbeitszeit muss während der Wiedereingliederungsteilzeit 50% bis 75% des bisherigen Umfanges betragen. Die wöchentliche Arbeitszeit darf jedoch 12 Stunden nicht unterschreiten und das Entgelt muss über der Geringfügigkeitsgrenze von EUR 425,70 (für 2017) liegen.

Vorübergehend kann die Arbeitszeit bis zu 70% reduziert werden, wenn sie im gesamten Zeitraum der Wiedereingliederung durchschnittlich mindestens 50% beträgt.


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Was passiert bei einer neuerlichen Erkrankung während der Wiedereingliederungsteilzeit?

Erkrankt man während der Wiedereingliederungsteilzeit besteht entsprechend der gesetzlichen Voraussetzungen - gleich wie bei einer nicht reduzierten Arbeitszeit - ein Lohn-/ Entgeltfortzahlungsanspruch.

Anstelle von Krankengeld wird jedoch das Wiedereingliederungsgeld weiterbezahlt.

Für den Zeitraum der vollen Entgeltfortzahlung wird das Wiedereingliederungsgeld unverändert weiter geleistet, bei 50%iger oder geringerer Entgeltfortzahlung, wird das Wiedereingliederungsgeld in Höhe des 60%igen Krankengelds abzüglich des tatsächlich geleisteten Entgelts ausbezahlt.


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Was ist zusätzlich noch zu beachten?

  • Das Wiedereingliederungsgeld ist zu entziehen, wenn die festgelegte Arbeitszeit um 10% oder mehr überschritten wird.
  • Nach dem Ende einer Wiedereingliederungsteilzeit entsteht ein neuerlicher Anspruch auf Wiedereingliederungsgeld erst nach dem Ablauf von 18 Monaten.
  • Die Wiedereingliederungsteilzeit darf u.a. für die Dauer einer Altersteilzeit sowie einer Teilpension nicht vereinbart werden.
  • Die Beschäftigung im vorigen Ausmaß kann auch vorzeitig wieder angetreten werden. Hiervon sind der Arbeitgeber (schriftlich drei Wochen vorher) und die Kasse zu verständigen. 
  • Rehabilitationsgeldbezieherinnen/ - bezieher haben keinen Anspruch auf Wiedereingliederungsgeld
Zuletzt aktualisiert am 23. August 2018